Au Berceau Royal : Ancienne Collection  Marcel Salomon

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Französisch Wörterbuch

Fantaisie n° 2 : Graverment-Gayement-Gravement - Allègrement

Dieses Cembalo entstand in der Werkstatt Denis, zur Zeit der Regierung Ludwigs XIV . Die Angehörigen dieser berühmten Dynastie von Cembalobauern pflegten unter dem Resonanzboden in Rötelzeichnung ihre Signatur zu hinterlassen sowie ein Pentagramm, geometrische Figur, die "goldene Formel" seiner Konstruktion enthaltend.

Von den vier noch existierenden Cembali Denis ist dieses das einzige spielbare. Dank seiner Restaurierung, dessen Verantwortung Daniel Ruf übernommen hat, wurde es in März 1999 bei Anne Robert für die Aufnahme der Zwölf Telemann Fantasien ausgewählt.(Abbaye Saint-Colomban -Haute Saône).

Der Resonanzkasten, mit seinen Stegen aus Nußbaum, war ursprünglich schwarz, die Deckelunterseite und die Konsole dagegen zie-gelrot gefarbt, dies waren die einzigen von den Regeln der Zunft erlaubten Farben. Die Klaviatur verfügte über eine kurze Oktave mit einer gebrochenen Obertaste "dis". Der im französischen Stil dekorierte Resonanzboden ist mit einer Pergament-Rosette geziert, die die Jahrhunderte überlebt hat.

Im 18. Jahrhundert wurde das ursprüngliche Untergestell durch ein anderes im Stil Louis XV ersetzt, der damaligen Mode folgend. Wahrscheinlich wurde zur gleichen Zeit eine kleine Erweiterung ausgeführt. Es wurden im Baß und im Diskant zwei Saiten hinzugefügt. So konnte auf die kurze Oktave verzichtet und die Veränderung des Kammertons von 392 auf 415 Hz ermöglicht werden. Das Instrument wurde außerdem neu dekoriert mit "chinesischer Lackarbeit", zu jener Zeit sehr beliebt.

Im 19. Jahrhundert erlitt es eine lange Vernachlässigung. Es scheint als Kerzenhalter, Bügelbrett, Aschenbecher und Untersatz für Blumentöpfe gedient zu haben. Jedenfalls hinterblieben die entsprechenden Narben.

Im 20. Jahrhundert befindet sich das Cembalo in der Sammlung Salomon. Da es nicht mehr spielbar ist, wird es 1922 den Freres (Brüdern) Masson für eine Restaurierung anvertraut. Diese scheint aber mißlungen zu sein. Nach meinen Beobachtungen hat man damals nicht herausgefunden, daß der Stimmstock unter dem Furnier durchgehend gespalten war. Bei Drouot 1934 versteigert, vermutlich als Ziermöbel, wurde unser Denis von einem lothringischen Schwerindustriellen erworben. Es bereicherte daraufhin die Sammlung im Schloß von Montaigu, heute vom Musee Lorrain in Nancy verwaltet.

nach Daniel Ruf (Deutsche Übersetzung: Stefanie Delva)

 

 

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